Heimatverein

Meisdorf e.V.

Die Asseburger Patronatskirche 

Unsere Kirche ist ein langgestreckter einschiffiger, aus Bruchstein bestehender Rechteckbau, der sich in die herrliche Kulturlandschaft des Selketals einfügt.
Über die Entstehung der Kirche gibt es keine genauen Daten, aber Reste aus der Zeit der Romanik sind nachweisbar. Zwei romanische Fensterbögen auf der Vorderseite des Kirchenschiffs und in Fischgrätenform gesetztes Mauerwerk auf der Rückseite, datieren den Bau in die Zeit zwischen 1000 und 1250.
Die Kirche wird 1478 erstmals schriftlich erwähnt. Der Sakramentsschrein in der Südwand trägt die Jahreszahl 1494.
Vom 15. Jahrhundert bis 1945 übte das Geschlecht der Grafen von der Asseburg das Patronatsrecht aus und prägte somit auch den Stil und die Ausstattung der Kirche.
Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges wiesen die Meisdorfer Häuser und die Kirche starke Schäden auf. Deshalb beschloss der damalige Patronatsherr Johann Bernhard I. von der Asseburg, die Kirche zu renovieren und gleichzeitig umzugestalten. So kam es zu einem teilweisen Neubau an gleicher Stelle, der 1686 unter den Patronatsherren Johann Heinrich und Erasmus Augustus abgeschlossen wurde.
An der unteren der beiden hufeisenförmigen Emporen berichten 22 Gemälde aus dem Leben Jesu Christi.
Die reich geschmückte Kanzel stammt aus dem Jahr 1693. Zwischen gedrehten Säulen finden wir Intarsien mit figürlichen Darstellungen sowie eine gut erhaltene Predigtuhr.
An der Ostseite des Kirchenschiffs befindet sich der reich verzierte barocke Hochaltar, der 1702 von Gräfin Sibylla-Brigitta gestiftet wurde. Im Mittelpunkt steht Jesus Christus am Kreuz, rechts und links davon Maria und Johannes. Über der Kreuzigung befindet sich die Darstellung der Grablegung. Den oberen Abschluss bildet der triumphierende Christus mit der Siegesfahne.
Die Patronatsloge der Grafen von der Asseburg mit Bleiglasfenstern befindet sich an der Nordseite des Chores. Die angebrachten Gemälde stellen sehr plastisch Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar.
Die mechanische Luftkegelorgel auf der oberen Empore stammt aus dem 19. Jahrhundert aus der Orgelbauwerkstatt Reubke & Sohn in Hausneindorf.
Der Taufengel aus dem Jahr 1686, der Kronleuchter, der vermutlich aus dem Jahr 1880 stammt, sowie die sehr schönen und wertvollen Buntglsafenster, die 1896 im neugotischen Stil eingebaut wurden, prägen die Schönheit der Kirche.
Alte Kirchenrechnungen sagen unter anderem folgendes aus:

1652

Meister Adam wird entlohnt "für Gräber in der Kirche gleiche zu machen"

1659

"Lohn für Steine in die Kirche zu hiven"

1663

"Das neue Positiv wird von Leipzig geholt"

1674

"wird das Loch für die neue Kirchentür gebrochen und das Loch für den Schling gegraben - 3 Futer Steine und 150 Bernsteine für die neue Kirchentür"

1692

Maler entlohnt "für die beiden Bohrkirchen zu malen"

1696

Die Arbeiten an der neuen Orgel sind beendet.